Im Moment: Mühle von Edam, 1896

Shownotes

Ein Podcast des Museums Barberini, geschrieben und produziert von studiodrei, redaktionell bearbeitet von Carolin Stranz, Marte Kräher und Esther Franken (Museum Barberini), gesprochen von Benno Fürmann (Schauspieler).

Paul Signacs_Mühle von Edam_(1896)

Mehr erfahren über Paul Signac und seine Werke in der Sammlung Hasso Plattner

Transkript anzeigen

00:00:05: Ruhig drehen sich die Flügel der Windmühle.

00:00:11: Wir stehen am Ufer einer Gracht und blicken über das Wasser auf die andere Seite, auf eine Windmähle, die dort über die Häuser ragt.

00:00:21: Majestätisch wirkt sie im Gegendlich der Sonne!

00:00:25: Es ist ein klarer Wintermorgen – kein Mensch ist zu sehen.

00:00:30: In der Ferne ragen die Masten der Schiffe in den Himmel —die Segel noch nicht gehisst.

00:00:37: Wir sind in den Niederlanden in dem Küstenstädtchen Edam.

00:00:42: Achtzehnundertsechsohnneunzig verewigte der französische Maler Paul Zignac diese Szene in seinem Gemälde Mühle vom Edam.

00:00:55: Wir nehmen dich in diesem Podcast mit auf eine Reise!

00:00:58: Für zehn Minuten tauchen wir ein, in ein Gemälden aus der Sammlung des Museums Barberini Lassen den Geist schweifen öffnen die Sinne und schärfen die Wahrnehmung.

00:01:13: Ich bin Benno Führmann Und das ist im Moment eine meditative Reise mit Zignac.

00:01:30: Die Künstlerinnen und Künstlern des Impressionismus und Pointillismus waren Meister darin, den Augenblick einzufangen – und Licht, Fetter und Natur mit allen Sinnen spürbar zu machen.

00:01:44: Ganz in ihrem Sinne wollen wir uns in diesem Podcast auf dem Moment konzentrieren!

00:01:51: Nimm dir einen Augenblick Zeit für eine Pause vom Alltag.

00:01:56: Versuche alle Ablenkungen für zehn Minuten dort zurückzulassen.

00:02:02: Such dir eine bequeme Sitzhaltung, wenn du möchtest schließe die Augen.

00:02:09: Nimm einen tiefen Atemzug atme durch die Nase ein und durch den Mund aus.

00:02:20: Ziehe nun deine Schultern zu den Ohren nach oben.

00:02:24: Halte sie dort kurz und lass Sie dann wieder fallen Und noch einmal Schulter nach oben ziehen Kurz halten, fallen lassen.

00:02:41: Lass alle Anspannung aus deinem nacken Weichen Folge jetzt meiner Stimme und hauere ein in die Bildwelt von Paul Cignac.

00:02:56: Eine große Windmühle steht im Zentrum dieses Gemäldes.

00:03:01: Schauen wir uns sie ein wenig genauer an.

00:03:07: Es ist eine dieser traditionellen Windmüllen, die noch heute viele holländische Landschaften prägen.

00:03:14: Der achteckige Hölzernebau thront auf einem gemauerten Socke.

00:03:18: Um ihn herum führt eine ausladende Galerie, die Flügel sind vom Betrachter abgewandt.

00:03:26: Sie scheint sich der Fallen Wintersonne entgegenzurecken.

00:03:34: Die Windmühle steht inmitten der Wasserlandschaft von Edam.

00:03:38: Kleine Stadt am Eiselmeer ist von Grachten durchzogen.

00:03:43: Neben der Mühle führt eine eiserne Klappbrücke über einen Wasserlauf.

00:03:49: Zu der Zeit Paul Cignac ist sie hochmodern.

00:03:52: Ganz bewusst macht er den Fortschritt seinerzeit sichtbar.

00:03:55: In die Niederlande reist Paul Cinyak in die Niederlande.

00:04:09: Cinyack ist voller Neugierder auf das besondere Licht des Nordens und er ist auf den Spurenklood Monès, der vor ihm die Nederlande besuchte.

00:04:21: Monès berühmte Werke der Windmühlen Saandam haben Cinyag inspiriert.

00:04:27: Aber anders als der Impressionist Monet malt Zignac nicht direkt vor Ort am Plenär, sondern zu Hause zurück in seinem Atelier in Südfrankreich.

00:04:40: So entsteht das Bild eines frostigen Morgens in Holland unter dem goldenen Licht der Côte d'Azur.

00:04:59: für die Neo-Impressionisten wie Zignak rückter Anspruch dass Naturerlebnis unmittelbar einzufangen.

00:05:06: in den Hintergrund Für sie zählt die Komposition von Farbe und Form.

00:05:17: Cignac wählt für seine holländische Landschaft Pastellfarben, und viel weiß – Die Kälte des Wintertags wird fast spürbar!

00:05:27: Wie durch einen Schleier blicken wir auf die krachten Landschaften in deren Zentrum die Windmühle steht.

00:05:35: Es ist eine besondere Lichtstimmung.

00:05:38: Cinyak taucht die ganze Szenerie in Violett-Töne.

00:05:43: In dunklem Lila hebt sich die Mühle vor dem Himmel ab, der in Blassem Fliederblau schimmert.

00:05:51: Die Wintersonne strahlt vom rechten oberen Rand des Gemäldes.

00:05:56: Ihr Licht ist hell und gleißend!

00:06:00: Es breitet sich in Ringen wie Schallwellen über den Himmel aus.

00:06:05: Die Sonne wirkt so wie eine pulsierende Energiequelle.

00:06:11: Je Licht löst sich schließlich im Farbmosaik auf.

00:06:15: Tupfen aus Gelb, etwas Orange, hellblau aber vor allem blasse Violettöne bestimmen die Lichtstimmung des Simmels.

00:06:28: Kannst du den Winterhimmel von deinem inneren Auge sehen?

00:06:33: und wie diese besondere Wintersonne obwohl hinter dünnen Schleierwolken das Wasser im Kanal zum Leuchten bringt?

00:06:43: Nimm ein zwei tiefe Atemzüge.

00:06:48: Stell dir vor, du atmest die klare kalte Winterluft ein.

00:06:54: Vielleicht hörst du in der Ferne Möwen schreien?

00:06:58: Vielleicht herrscht auch frostige Stille?

00:07:03: Verweile einen Augenblick bei dieser Vorstellung bevor wir zu Syniak zurückkehren.

00:07:21: Anders als bei seinen früheren Gemälden löst sich Syniac von der strengen Technik des Divisionismus.

00:07:29: Er zerlegt seine Motive nicht mehr in exakte Punkte Sondern trägt die Farbe freier auf, mit Tupfen und Strichen unterschiedlicher Größe und Ausrichtung.

00:07:43: Neben Lila prägt Grün das Bild Die Galerie der Mühle – die moderne Klappbrücke Das Gras an den Ufern der Grachten Die Dächer- und Fenster der Häuser.

00:07:55: All das malt Paul Signac in vielen Grünen Und einigen blauen Tupfe.

00:08:02: Daneben setzt Cignac immer wieder auch Rot und Orange.

00:08:06: Durch den Komplementärkontrast erhält das Bild so die intensive Leuchtkraft, die typisch ist für die Werke der Neo-Impressionisten – eine Harmonie in Violett und melancholischem Grün.

00:08:29: So beschreibt der Male selbst sein Bild am siebten Mai, arzehnhundertsechsundneunzig in seinem Tagebuch.

00:08:39: Bleibe in deiner Vorstellung noch einen Augenblick bei der Windmühle.

00:08:45: Langsam und behäbig drehen sich ihre Flügel.

00:08:49: Wie sie drehst du durch in die Sonne, deren Strahlkraft bei aller winterlichen Stimmung erahnt ist, dass das Ende des Winters nicht mehr fern ist.

00:09:02: Du genießt die Ruhe an diesem Wintertag in einer holländischen Kleinstadt.

00:09:10: unter deinen Schuhen spürst du grasbewachsene Erde und nimmst dir einen Augenblick um dir deinen Stand bewusst zu machen.

00:09:20: Die Füße fest mit der Erde verbunden, die Wirbelsäule aufrecht das Kinn leicht nach oben gerechtet.

00:09:30: Nimm so noch einmal zwei tiefe Atemzöge und spüre wie die Luft durch deinen gesamten Körper strömt!

00:09:43: Ein Wintermorgen im malerischen Städtchen Edam Für Porcinac erscheinte in Südfrankreich, wohin er nach seiner Reise durch Holland zurückgekehrt ist fast wie eine Szene aus einem Traum.

00:10:04: Wir sind am Ende unserer Meditation angekommen.

00:10:08: Möchtest du das Bild Mülle von Edam im Original erleben?

00:10:12: In der Sammlung Hasso Platner im Museum Barbarini findest du dieses und viele weitere impressionistische und neo-impressionistische Meisterwerke.

00:10:22: Wir laden dich ein vorbeizukommen zu betrachten und innen zu halten.

00:10:29: In den Shownotes haben wir dir mehr Informationen zur Portion Erksleben und zur Kunst des Pontillismus verlinkt.

00:10:36: Abonniere diesen Podcast, wenn du auch mit anderen Meisterwerken aus der Sammlung des Museums Barberini einen Augenblick der Achtsamkeit erleben möchtest!

00:11:04: Redaktionell bearbeitet von Caroline Strands, Marte Kräher und Esther Franken vom Museum Barberini.

00:11:13: Gesprochen von mir Benno Führmann.

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