Im Moment: Der Palazzo Contarini, 1908

Shownotes

Ein Podcast des Museums Barberini, geschrieben und produziert von studiodrei, redaktionell bearbeitet von Carolin Stranz, Marte Kräher und Valerie Maul (Museum Barberini), ergänzt von Diane Hielscher (Achtsamkeitstrainerin und Journalistin), gesprochen von Benno Fürmann (Schauspieler).

Claude Monets_Der Palazzo Contarini _(1908)

Mehr erfahren über Claude Monet und seine Werke in der Sammlung Hasso Plattner

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00:00:08: Venedig, der Kanal Grande an einem Tag im Herbst.

00:00:14: Die schwache Oktober-Sonne kann sich nicht durchsitzen gegen das schwere Grau des Himmels.

00:00:20: Blaulila bricht sich das Licht auf dem Wasser, das Kanal Grande und auf den Fassaden der Renaissance-Paläste.

00:00:29: Es hat etwas Magisches.

00:00:32: Hier meinte der französische Künstler Claude Monnet, der Palazzo Contarini.

00:00:49: Wir nehmen dich in diesem Podcast mit auf eine Reise.

00:00:53: Für zehn Minuten tauchen wir in ein impressionistisches Gemälde aus der Sammlung des Museums Barbarini ein.

00:01:01: Lassen den Geist schweifen, öffnen die Sinne und schärfen die Wahrnehmung.

00:01:09: Ich bin Benno-Fürmann und das ist Im Moment eine meditative Reise mit Monet.

00:01:24: Die Künstlerinnen und Künstler des Impressionismus waren Meister darin, den Augenblick einzufangen und Licht, Wetter und Natur mit allen Sinnen spürbar zu machen.

00:01:37: Ganz in ihrem Sinne wollen wir uns in diesem Podcast auf den Moment konzentrieren.

00:01:44: Finde eine bequeme Position mit aufrechtem Sitz.

00:01:49: Achte darauf, dass deine Wirbelsäule gerade ist.

00:01:54: Atmet tief ein.

00:01:56: Halte deinen Atem an und ziehe jetzt deine Schultern hoch.

00:02:01: Ganz weit bis zu den Urlebchen.

00:02:05: Noch einen Augenblick und wieder locker lassen.

00:02:11: Atme aus und noch einmal tief ein.

00:02:16: Schließe deine Augen und lasse deinen Atem wieder natürlich kommen und gehen.

00:02:26: Vergessen wir das Venedig, das heute überlaufen ist von Touristen.

00:02:32: Monet nimmt uns mit in eine fast verlassen wirkende Szenerie.

00:02:37: Da sind keine Gondeln, keine Menschen, keine Tiere zu sehen.

00:02:41: Da ist nur Ruhe.

00:02:44: Sogar die Wasseroberfläche des Kanals bewegt sich kaum.

00:02:48: Der Kanal nimmt die untere Hälfte des Bildes ein und liegt fast spiegelglatt vor uns.

00:02:59: Auf der anderen Seite des Kanals blicken wir frontal auf dem Palazzo Contarini.

00:03:05: Er wurde Ende des fünften Jahrhunderts gebaut und ist mit seiner Renaissance-Fassade bis heute eine Sehenswürdigkeit am Kanal Grande.

00:03:15: Allerdings sehen wir das Gebäude auf Monès Gemälde nicht in Gänze.

00:03:20: Monès wählt einen Bildausschnitt, der lediglich das Erdgeschoss bzw.

00:03:26: das Wassergeschoss und den ersten Stock zeigt.

00:03:31: Nach oben hin wird unser Blick abgeschnitten.

00:03:34: So erinnert das Gemälde an eine Fotografie, vielleicht einen Schnapschuss, den man auf einer Stadtrundfahrt macht.

00:03:45: Zum Beispiel, während man in einer Gondel sitzt und auf dem Kanal Grande an den Palazzi vorbeifährt.

00:04:06: Auch der Palazzo Contarini selbst lässt keine Anzeichen von Leben entdecken.

00:04:12: Noch nicht einmal eine Gondel ist an den Anlegebfällen festgemacht.

00:04:17: Markant ragen sie vor dem Gebäude aus dem Wasser.

00:04:20: Es wirkt fast so, als würde niemand in dem Renaissancepalast wohnen.

00:04:34: Die vorherrschende Farbe des Bildes ist lila in all seinen Schattierungen.

00:04:40: An einigen Stellen schimmert es blau, an anderen eher rosa, an wieder anderen türkis.

00:04:48: Es ist eine ungewöhnliche Lichtstimmung, die eine fantastische Atmosphärischhaft.

00:04:56: Monet zeigt uns ein Märchenhaftes venedig.

00:05:12: Monet besucht Venedig im Herbst, in der er ist, zum ersten Mal, der ist der siebenundsechzig Jahre alt.

00:05:19: In dieser Schaffensphase malt er vor allem seine Seerosen und seinen Wassergarten in Giverny.

00:05:26: Venedig bezauert ihn so sehr, dass er beginnt, die Stadt und ihre Gebäude zu malen.

00:05:32: Es entstehen siebenunddreißig Gemälde.

00:05:35: Alle zeigen die Lagrunenstadt menschenleer.

00:05:39: Und auf allen spielt das Wasser.

00:05:41: Eine große Rolle.

00:05:46: Der Kanal Grande fließt nur langsam.

00:05:50: Die Wasseroberfläche ist fast glatt.

00:05:54: Konzentriere dich auf das Bild des Wassers.

00:05:58: Die Vorstellung von Wasser hilft uns zu entspannen.

00:06:12: Monet lässt unseren Blick über das Wasser schweifen.

00:06:17: Das Nichts, was ihn festhält.

00:06:20: In der Mitte des Bildes tauchen die Stufen des Palazzo Contarini auf.

00:06:25: Aber auch hier können unsere Augen weiter gleiten.

00:06:29: Und sie gleiten über die Renaissance-Fassade des Gebäudes, die schmalen Fenster mit den Rundbögen empor, bis zum eleganten Balkon.

00:06:39: Alles ist symmetrisch, harmonisch.

00:07:05: Monet hat den Palazzo Contarini wohl vom Wasser aus gemalt.

00:07:09: Seine Staffelei hatte wahrscheinlich in einer Gondel aufgebaut.

00:07:14: Es ist ein fast abstraktes Gemälde, denn Monet interessiert sich vor allem für die Oberflächen, für die Wasseroberfläche des Kanalgrande und die Fassade des Palazzo.

00:07:27: Ihm geht es um das Spiel der Spiegelungen, das Spiel von Licht und Farben.

00:07:35: Den Palazzo wie den Kanalgrande taucht er in Nuancen von grün, blau und vor allem violett.

00:07:42: Von der Szene geht eine fast meditative Ruhr aus.

00:07:52: Genießen wir noch einen Augenblick dieser Ruhe.

00:07:56: Das sanfte Plätschern des Wassers.

00:08:00: Das Knazen der Holzstege.

00:08:04: Bevor der Alltag uns wieder hat.

00:08:52: Möchtest du Monés Gemälde der Palazzo Contarini im Original erleben?

00:08:57: In der Sammlung Hasso Platner im Museum Barberini findest du dieses und viele weitere impressionistische Meisterwerke.

00:09:05: Wir laden dich ein, vorbeizukommen, zu betrachten und innen zu halten.

00:09:11: In den Shownotes haben wir die mehr Informationen zu Claude Monès Leben verlinkt.

00:09:17: Abonniere diesen Podcast, wenn du auch mit anderen Meisterwerken Monès einen Moment der Achtsamkeit finden möchtest.

00:09:28: Im Moment, eine meditative Reise mit Monès, ist ein Podcast des Museums Barberini.

00:09:36: geschrieben und produziert von Studio Drei, redaktionell bearbeitet von Caroline Strands, Marte Creer und Valerie Maul vom Museum Barberini, gesprochen von mir, Benno Führmann.

00:09:50: Diana Hilscher ist unsere Achtsamkeits-Expertin.

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